Umbau Wohnhaus 1678, Unterstalden
Das Wohnhaus im Weiler Unterstalden im Wallis, erstmals urkundlich aus dem Jahr 1678 überliefert, verkörpert in seiner äusseren wie inneren Erscheinung die typologische Dichte des Walliser Hausbaus. Der Umbau verfolgte konsequent das Ziel, die über Jahrhunderte gewachsene Bausubstanz nicht zu überformen, sondern als lebendiges Zeugnis handwerklicher und baukultureller Kontinuität sichtbar und erlebbar zu halten.
Die Sanierung folgt dem Grundsatz des behutsamen Weiterbauens. Die vorhandene Tragstruktur aus massivem Mauerwerk und traditioneller Holzkonstruktion wurde weitgehend erhalten, freigelegt und sorgfältig instand gesetzt. Sämtliche Einbauten — Küchen, Sanitärbereiche, ergänzende Trennelemente — sind in ihrer Materialität und Farbgebung deutlich als zeitgenössische Interventionen ablesbar, ohne den historischen Raumcharakter zu dominieren. Das Raumprogramm wurde in zwei eigenständige Mietwohnungen gegliedert, die sich in Grundriss und Raumsequenz der bestehenden Gefügeeinteilung unterordnen. Erschliessung, Raumhöhen und Öffnungsgeometrien folgen dem überlieferten Bestand; neue Durchbrüche wurden auf das funktional Notwendige beschränkt. Ein zweigeschossiger Wohnraum mit freiliegendem Galerien-Einzug im Holztrakt verleiht dem Ensemble räumliche Grosszügigkeit und lässt die konstruktive Logik des historischen Dachtragwerks unmittelbar ablesbar werden.
Der Umbau versteht sich nicht als Rekonstruktion, sondern als Weiterentwicklung eines gewachsenen Hauses. Die Geschichte des Gebäudes bleibt in jedem Raum spürbar – in den gealterten Holzbalken, den massiven Steinwänden und den handwerklichen Details, die von der Baukultur des Wallis zeugen. So entstanden zwei charaktervolle Wohnungen, die den historischen Bestand bewahren, seine Geschichte sichtbar machen und gleichzeitig eine zeitgemässe Nutzung ermöglichen.
Die beiden Wohnungen können über Airbnb HIER und HIER gemietet werden.























